Roulette Systeme

So gewinnen Sie immer! Mit diesem Versprechen werden immer wieder Spieler angelockt, die gegen Bezahlung in ein angeblich sicheres und geheimes Gewinn-System eingeweiht werden sollen. Solchen Scharlatanen sollte niemand vertrauen. Würde es ein derartiges System geben, wäre es erstens nicht mehr geheim und zweitens gäbe es keine Casinos mehr, weil sie schlichtweg alle pleite wären.

Roulette ist ein Glücksspiel und daran wird sich nichts ändern. Glücksspiel bedeutet, dass der Verlauf vom Zufall (und nicht von einem System) bestimmt wird.

Auch wenn es solche Geldfallen und unseriösen Angebote von Gewinn-Systemen gibt, macht es Sinn Roulette mit System zu spielen. Wenn es auch nicht gleich den Wunsch nach dem großen Geldgewinn erfüllt, so hat das Spielen mit System doch eine Menge Vorteile. Man ist sich als Spieler bewusst was man tut, entwickelt eine bestimmte Vorgehensweise und es können Fehler vermieden werden. Mit den verschiedensten bekanntesten Strategien lässt es sich selbst ausprobieren, ob sich ein Erfolg einstellt und die Gewinnwahrscheinlichkeit erhöht werden kann.

Es wird davon ausgegangen, dass alle Regelwetten komplett ausgewogen sind. Aber wenn man das Verhältnis von Einsatz und Gewinn betrachtet genauer betrachtet, lassen sich hier einige aufschlussreiche Unterschiede finden, die sich aus Sonderregelungen ergeben und nicht unbedeutend sind Denn aufgrund der üblichen Abgaben beim Roulette ergeben sich beim Setzen auf bestimmte Zahlengruppen wesentliche Unterschiede.

Kleiner, aber feiner Unterschied beim Spielen

Nicht vergessen sollten Spieler, dass sie im Gewinnfall (beispielsweise wenn eine Zahl richtig vorausgesagt wurde) dem Dealer eine Abgabe als Trinkgeld in Höhe des Einsatzes überlassen. Das führt dann dazu, dass zwar eine Auszahlung von 35:1stattfindet, die nach dem Verschenken des Trinkgelds allerdings nur noch 34:1 beträgt. Das fällt im ersten Moment nicht unbedingt auf, hat aber auf Dauer einen erheblichen Nachteil, wenn man dieses Vorgehen bei anderen Wetten mit weniger Auszahlung fortsetzt und so der eigene Vorteil reduziert wird.

Es gibt im Roulette keine 36, sondern 37 Zahlen – von 1 bis 36 und die Null – aber Letztere ist im Auszahlungsmodus nicht vorgesehen. Denn maximal wird das 35-fache plus Einsatz ausgezahlt. Dabei ist aber völlig egal, welche von den insgesamt 37 Zahlen diejenigen sind, die nicht zur Auszahlung gelangen. Der Erwartungswert ist minus 2,7 Prozent ohne Berücksichtigung des Trinkgelds; also nochmals minus 2,7 Prozent wenn auf Zahlen gesetzt wird.

Empfehlenswert ist im Übrigen auch statt Amerikanischem Roulette, die europäische oder französische Version zu spielen. Der Grund: Beim amerikanischen Spiel gibt es im Kessel ein zusätzliches Nummernfach mit der zweiten Null, die den Hausvorteil der Bank erhöht. Der Hausvorteil beim Europäischen Roulette (eine Null) beträgt 2,7 Prozent und beim Amerikanischen Roulette (Null und Doppel-Null) 5,26 Prozent.

Das Labouchere Roulette System

Zunächst wird eine Zahlenreihe notiert, auf die man setzen möchte – beispielsweise die erste Zahlenreihe 1, 2, 3 und 4 auf dem Roulette-Tableau. Danach legt der Spieler einen Geldbetrag für eine Wette fest. Nun muss errechnet werden, wie viele Wetteinheiten er am Anfang setzen möchte und dazu addiert man die erste und letzte Zahl der ausgewählten Zahlenreihe (die 1 und die 4 = 5). Jetzt werden fünf Wetteinheiten auf die erste (1) und die letzte (4) Zahl gesetzt. Im Gewinnfall werden die Zahlen gestrichen und es geht mit den Zahlen 2 und 3 aus der Reihe weiter.
Verliert der Spieler wird die Summe (5) an das Ende der Reihe gesetzt. Nun werden erneut die Außen-Zahlen (1 plus 5 = 6) addiert und sechs Wetteinheiten gesetzt. Wird gewonnen, werden wieder die Außen-Zahlen gestrichen und die Zahlenreihe wie zu Beginn fortgesetzt. Weil die Reihe bei jedem Verlust um eine Zahl wächst, mit jedem Gewinn aber zwei Zahlen wegfallen, ergibt sich eine doppelte Gewinnchance – sodass sich die Zahlenreihe erfolgreich zu Ende geführt werden kann.

Dutzend-Raster System

Die Annahme, dass ein sofortiger Ausgleich von Verlust und Gewinn am Spieltisch eine absolute Ausnahme sei, führte zu diesem System. Es wird davon ausgegangen, dass bestimmte Zahlenreihen oder –Kolonnen und -abteilungen eine gewisse Zeit beim Roulette bevorzugt vorkommen. Und deshalb sollte man das aktuell vorne liegende und mutmaßlich bevorzugte Dutzend herausfinden.

Wie aber findet der Spieler das richtige erfolgsversprechende Dutzend? Ein Vermessungsingenieur namens Ernst entwickelte ein neunspaltiges Rasterverfahren samt allen wichtigen Beschreibungen. Nun muss der Spieler „nur“ noch die richtigen Stellen ankreuzen und auf dem nun entstandenen Bild würde sich deutlich durch die gemachten Kreuze die aktuelle bevorzugte Zahlenabteilung zeigen. Nicht nur das Raster kostet Geld, das an Ernst gezahlt werden muss, sondern der Spieler kann auch viel Geld verlieren bis das richtige Dutzend irgendwann einmal gefunden wird.

Gäbe es ein sicheres System würde man es kaum für ein paar Euro im Internet kaufen können.

Das Martingale System

Eine der unter Roulette-Spielern bekanntesten Roulette Strategie heißt Martingale. Das System beruht auf der Annahme großer Gewinnchancen, wenn der Einsatz im Verlustfall auf die Einfachen Chancen (Rot oder/ und /Schwarz, Gerade oder/ und Ungerade, erstes oder zweites Dutzend) beim der nächsten Runde verdoppelt wird. Aber es ist ein Roulette System, das so nicht funktioniert. Bei den Millionen von Roulette-Spielern, die Martingale angewendet und ausprobiert haben, wären Casinos über die Zeit längst Bankrott gegangen.

Die grundsätzliche Überlegung der Martingale-Strategie ist gar nicht so falsch. In der Theorie könnte ein Gewinn generiert werden, aber in der Praxis scheitert man entweder am gesamten Kapitalverlust oder an den Tischlimits der Casinos. Denn diese verfügen in der Regel über ein bestimmtes Tischlimit je Wette und Runde. Das Problem bei Martingale ist aber auch, dass es langfristig schlichtweg nicht funktioniert. Auf kurze Sicht sind kleine Gewinne allerdings möglich.

Das d’Alembert System

Eine andere populäre Roulette Strategie ist d´Alembert. Das System setzt die Annahme voraus, dass man nach einem erfolgten Gewinn wahrscheinlich nicht gleich noch einmal gewinnen würde. Bei einer Wette auf Schwarz oder Rot wird im Gewinnfall der Einsatz um eine Einheit erhöht, im Verlustfall wird ein Chip vom Wetteinsatz abgezogen.

Die Schwachstelle und der Knackpunkt bei d´Alembert ist, dass jede Rouletterunde ein unabhängiger Vorgang ist, der sich exakt mit den gleichen Chancen auf einen Verlust oder Gewinn ergibt wie bei der vorherigen Runde.
Paroli

Das System ähnelt dem beliebten Martingale System – aber umgekehrt. Denn hier wird nach jedem Verlust der Einsatzbetrag erhöht. Kommt es zum Verlust des Einsatzes, bleibt der Einsatz in der nächsten Runde gleich. Auf was man wettet spielt dabei keine Rolle.