Roulette Strategien

Die Suche nach der perfekten Strategie für das Roulette-Spiel ist fast ebenso alt, wie das Spiel selbst. Und natürlich wünschen sich Millionen von Roulette-Spielern, dass sie mit einer erlernten Strategie und mit System sicher zu großen Gewinnen gelangen. Und es gibt erstaunlich viele Menschen, die an solche Strategien glauben. Daher gibt es auch entsprechend viele Bücher, Webseiten und Statistiken die sich mit dem Thema Roulette-Strategie beschäftigen. Auch im Internet wimmelt es nur so von vermeintlichen Experten, die ihre Dienste für vermeintlich erfolgsversprechende Strategien gerne für reichlich Geld anbieten. Aber: Roulette ist ein Glücksspiel – wie der Name schon sagt – und dabei kann man Glück haben oder nicht. Und wenn man ganz viel GLÜCK hat, dann hat man beim Spiel sogar eine GLÜCKSSTRÄHNE, rein zufällig und nicht mit System.

Trotzdem gab es einen Mann, der es tatsächlich vor vielen Jahren schaffte mit einer heute nicht mehr anwendbaren Strategie – dem sogenannten Kesselgucken – mehrere Millionen Euro (bzw. damals noch D-Mark) in Spielbanken zu gewinnen: Christian Kaisan aus Sachsen. Über sich sagte er einmal: „Ich bin kein Spieler, kein Zocker. Denn die haben sich nicht unter Kontrolle.“

Kein System scheint wirklich zu funktionieren, denn keines garantiert Gewinne. Früher oder später wird der eine oder andere schmerzhafte Verluste hinnehmen müssen.

Das Kesselgucken

Es ist eine Methode für das Roulette in realen Spielcasinos, mit der es sich herausfinden lässt, wie eine Kugel im Kessel wo und wann in welches Nummernfach fällt. Das braucht Zeit. Christian Kaisan nahm sich dafür drei Jahre Zeit.
Jedenfalls legte er besondere Aufmerksamkeit auf das exakte Beobachten, wie ein Croupier die Kugel in den Kessel warf. Kaisan hat Hausverbot in 60 von 76 Spielbanken in Deutschland. Nach jahrelangen (zufälligen?) Gewinnsträhnen des Sachsen haben die Spielbanken zwischenzeitlich unter anderem die Zeit, die beim Roulette für den Einsatz des Geldes bleibt, immer mehr beschränkt. Christian Kaisan selbst rät vom Kesselgucken ab, denn die höheren Kesselgeschwindigkeiten machen sowieso ein Kesselgucken unmöglich.

Die Kesselgucker-Methode ist ein physikalisches und kein mathematisches System. Hierbei soll der Spieler ein Gespür für den Kugelfall entwickeln, um vor der Absage des Croupiers einschätzen zu können, in welchem Nummernfach sie schließlich liegen bleibt. Aber hierbei spielt die exakte Geschwindigkeit des Drehkreuzes eine wichtige Rolle und auch die Kugel selbst. Auch die exakte Anfangsposition der Kugel muss in die Überlegungen mit einbezogen werden. Allerdings bereiten die kleinen Rauten-Hindernisse (Cuvettes), die kreisförmig in der Mitte des Kessels verteilt sind, beim Kesselgucken eine zusätzliche Schwierigkeit. Sie behindern nämlich den normalen Lauf der Kugel. Als nächstes versucht man dann die Einsätze möglichst erst ganz kurz vor der Absage „Rien ne va plus“ („nichts geht mehr“) des Croupiers zu machen. Denn je später gesetzt wird, umso exakter kann die Einschätzung zur späteren Lage der Kugel im Nummernfach sein.

Die Kesselgucker Methode kann allerdings selbst in realen Spielcasinos online nicht angewendet werden. Dort wird auf Kesselgucker besonderes Augenmerk gerichtet. Und wohin die Kugel im Kessel fällt, hängt in einem Online Casino vom eingesetzten Zufallsgenerator ab, der mit den physikalischen Eigenschaften wie bei einem Kessel im Spielcasino um die Ecke überhaupt nicht vergleichbar ist.

Die Martingale-Strategie

Diese vermeintliche Roulette Strategie ist auch für das Limit am Tisch verantwortlich. Denn da die verschiedenen Möglichkeiten für den Einsatz bestimmten Limits unterliegen, darf über einen bestimmten Geldbetrag nicht gesetzt werden. Das bedeutet, dass man fast nirgendwo mehr als 250 Euro auf eine einzelne Zahl platzieren darf. Nur den einfachen Chancen ist oftmals ein höheres Einsatz-Limit eingeräumt.

Das berühmte Martingale System beruht auf dem einfachen Prinzip der Verdopplung. Der Spieler setzt einen Euro auf Rot, verliert er, werden zwei Euro gesetzt. Solange verloren wird, wird auch der Einsatz verdoppelt – und zwar so lange bis sich ein Gewinn einstellt. Das Gleiche gilt für die anderen einfachen Chancen: Gerade oder Ungerade, Niedrig oder Hoch. Es wird immer wieder neu gestartet. Die Gefahr hierbei ist allerdings, dass dem Spieler das Geld dabei ausgehen kann oder er den Höchsteinsatz überschreitet bevor er gewonnen hat.

D´Alembert

Verantwortlich für dieses System ist der französische Roulette Theoretiker Jean le Rond d’Alembert (18. Jahrhundert). Genau wie bei der Martingale-Strategie liegt diesem System eine Verlustprogression zugrunde: Nach Verlust den Einsatz zu erhöhen. Allerdings ist die Progression hier geringer als bei Martingale. D´Alembert ging davon aus, dass man nach einem Verlust auf Schwarz nochmals auf Schwarz setzen sollte. Und zwar deshalb, weil die Chance, dass nun Schwarz kommen könnte ziemlich hoch sei. Die Annahme des Franzosen: Auf lange Sicht müsse es zu einem Ausgleich kommen. Die Annahme beruht aber auf einer falsch interpretierten Wahrscheinlichkeits-Theorie

Mathematiker sagen: Der Zufall kennt keine Regelmäßigkeit.

Das D’Alembert Prinzip

Es wird so lange auf einfache Chance gesetzt, bis man verliert. Dann erst wird erhöht. Wenn man dann gewinnt, sollte man den Einsatz wieder verringern. Beispiel: Es wird mit fünf Euro auf Schwarz gesetzt. Im Gewinnfall bleibt es für das nächste Spiel beim Einsatz von fünf Euro. Wenn man verliert, sollte der Einsatz um fünf Euro erhöht – also 10 Euro gesetzt werden. Wird gewonnen, nimmt man die fünf Euro vom Einsatz wieder weg, bei einem Verlust wird immer wieder der Einsatz oben drauf gesetzt.

Drei Mal in Folge

Eine weitere Roulette Strategie Der Spieler sollte erst auf Schwarz setzen, wenn drei Mal hintereinander Rot kam. Dieses System lässt sich einfach individuell anpassen. Denn so kann der Spieler bereits seinen Einsatz machen, wenn die Kugel schon zwei Mal hintereinander auf einem roten Nummernfach liegen geblieben ist oder er setzt, wenn er ganz sicher sein will – wenn Rot sogar vier Mal in Folge kam.

Das Paroli System

Es sollen mit ziemlich geringen und kleinen Einsätzen auf einfache Chancen lukrative Gewinne erzielt werden können. Entgegen der Martingale Strategie findet bei Paroli eine Progression der Gewinne statt, was eine Verdoppelung des Gewinns zur Folge hat.

Beispiel: Es wird ein Euro auf Schwarz gesetzt. Wenn Schwarz erscheint, werden der Einsatz und der Gewinn liegen gelassen. Das nennt man erste Progression. Wenn man dann wieder gewinnt, bleiben die erstspielten vier Euro wieder liegen. Sollte die Kugel zum dritten Mal bei Schwarz im Kessel liegenbleiben, sind es schon acht Euro. Wenn der Spieler nun noch einmal eine sogenannte Progression nutzt (es ist dann die vierte in Folge) und gewinnt, kann sich der Spieler darüber, dass aus dem anfänglich eingesetzten eine Euro nun schon 16 Euro geworden sind. Gibt es zwischendurch eine Verlustreihe, dann ist das leichter zu verkraften, weil der Verlust hauptsächlich aus dem Bankkapital besteht. Denn der eigene Einsatz betrug ja nur einen Euro.

Das Fibonacci System

Das Fibonacci-System ist ein System, das auf der Fibonacci-Zahlenfolge aufbaut, die erfolgreich für einen „goldenen“ Schnitt sein soll. Nach dieser sollen bei einer Verfolgung des Zahlensystems die eventuellen Verluste durch Gewinne mit der nächsten Zahl aus der Fibonacci-Reihe ausgeglichen werden können. Gespielt wird mit den einfachen Chancen. Zuerst wird der Starteinsatz festgelegt und dann die Reihenfolge gespielt:

1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233…
Die Zahlen ergeben sich aus dem Addieren der einzelnen vorherigen Zahlen. Es wird mit der 1 gestartet. Wird verloren, dann wird die nächste Zahl rechts genommen, im Falle eines Gewinns werden zwei Schritte nach links in der Zahlreihe zurückgegangen. Bei einem Verlust rückt man auf der Reihe eine Stelle weiter – also wieder die 1. Wird auch diese Wette verloren, dann wird zwei Mal der Grundeinsatz platziert, denn so wird auf der Reihe immer weiter vorgerückt. Sobald sich ein Gewinn ergibt, werden so viele Stellen gestrichen wie es der Summe der Zahlen entspricht: Bei Einsatz von 5 und Sieg wird die 2 und die 3 gestrichen und links weiter gespielt. Sobald die erste Zahl gestrichen werden kann, ist eine Einheit gewonnen.